Archiv für Juli 2012

Icey: Die 13 ½ Leben eines Navigators   1 comment

Viele sagen: „Co-Piloten braucht kein Mensch.“ Andere sagen: „Einer muss ja die Karte halten.“ Einige fragen: „Was machen die da eigentlich?“
Und eine alte Navigatoren-Weisheit sagt: Wenn alles gut geht, redet kein Mensch über Dich. Wenn was daneben geht, bist Du meistens Schuld.
Heute weiß ich: Navigatoren brauchen ein dickes Fell, auch wenn sie in die Steppe fahren.

Vor der Silk Way 2012

1. Leben: Der Kampf mit dem Papiertiger

Papiertiger fressen Zeit

Papiertiger fressen Zeit

Im Schatten eines großen Berges von Formularen hockt ein kleiner Navigator. Das ist ein Icey. Naja, zugegeben, etwas übertrieben. Aber nach gerade einem halben Jahr auf dem Beifahrersitz, verursachte das Abenteuer schon Magengrummeln, wo mir sonst bei allem Geruckel, Geschüttel und Gebocke vom Siegfried nie schlecht wird – nein, auch nicht, wenn ich nur runter schaue. Die Formulare enttarnten sich bei weiterem Anstarren auch mehr als Papiertiger, die einfach nur viel Zeit fraßen. Die Visa für die ganze Mannschaft besorgen. Die Reise für die Mechaniker und die Vehikels klar machen, bisschen telefonieren und mailen mit Paris und Moskau. Im Prinzip die Organisation des Abenteuers.

(Bei anderen Teams mag die Aufgabenverteilung anders sein. Wir sind ein kleines Team aus fünf Leuten – Pilot Luigi, Mechaniker Meister und Cohiba, Biesty und ein Icey. Da fiel mir der Papierkrieg zu. Luigi vertrieb sich mit technischen Details die Zeit und wühlte sich durch Unmengen von Ersatzteilen. Meister und Cohiba tüfftelten am Anhänger und Moggfried. Biesty schlug sich mit Ernährungstabellen rum, schwang die Peitsche beim Training von widerwilligen Piloten und Co-Piloten. Jedes Krümelchen Zeit war verplant.)

Etwa drei Wochen vor der Silk Way hatte ich einen Großteil bewältigt. Luigi und ich jagten den letzten Stapel durchs Kabel nach Paris. Machten mehr als drei fette Kreuze im Kalender und senkten ergeben die Köpfe – Ritterschlag oder Todesurteil. Hauptsache, es klappt auch alles, an der Grenze, bei der Anmeldung in Den Rest des Beitrags lesen »

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Luigi: Moskau – Elista …. das war’s ! Teil 1   1 comment

Luschinki Olympia Stadion

Alles fing so gut an. Die Jungs mit unserem MOGGfried waren sehr pünktlich am Freitag Nachmittag im Moskauer Luschniki Olympiastadion angekommen. Wir entschieden die Papierabnahme zu beginnen und zu hoffen, dass man uns auch die technische Abnahme erlaubt. In voller Mannschaftsstärke erschienen wir zur Registration gegen 17:00 Uhr und siehe da schon um 20:00 Uhr hatten wir alle Formulare ausgefüllt, alle und jeden von jeglicher Haftung freigestellt. Einen Riesensack an Notraketen, Notdecken und GPS-Findern, Kommunikationswundergeräten eingesammelt. Diese wurden zwischenzeitlich von Mike und André im Auto sinnvoll verteilt. Wir beeilten uns, weil schon die Fahrt bis Moskau kaum Schlaf für die MOGGfried Besatzung gebracht hatte. Sollten wir die Abnahme am Freitag schaffen, hieße dies: Ausschlafen am Samstag und erst um 15:00 Uhr zur Fahrerbesprechung erscheinen.
Also Auto gegriffen und los. Die technische Abnahme brachte wieder 5 Stationen für uns. Die soeben verteilten technischen Geräte wurden von den jeweiligen Fachfirmen abgenommen. Das lief gut. Wir hatten nur eine GPS-Antenne vertauscht. Wir hatten diese nach Farben angeklemmt. Aber nein – danach ging es nicht. Der nächste Schritt war die Waage. Jedes Auto hat ein Mindestgewicht vorgeschrieben. Dieses richtet sich in erster Linie nach dem Hubraum. Bei uns sollte die Waage 1862,5kg anzeigen. Sie war so nett und zeigte 2050kg. Wenn wir das Benzin abziehen, was im Tank war, hatten wir sozusagen Idealgewicht. Danach checkten sie sehr akribisch alle anderen technischen Details und verplombten den Motor und den Luftmengenbegrenzer. Sollten diese Siegel gebrochen sein, während des Rennens – folgt sofortiger Ausschluss mit ggf. Rennsperre für eine gewisse Zeit. Da sollten wir noch nicht ahnen, wie gut es gewesen wäre, die Siegel brechen zu dürfen. Aber bis auf einen vergessenen Feuerlöscher war alles super. André baute ihn direkt vor den Augen der Abnehmer ein. Und erledigt. Den Rest des Beitrags lesen »

Veröffentlicht 16. Juli 2012 von Luigi in Luigis Offroad Circus