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Icey: Siegfried-blaue Flecken   1 comment

Siegfried kaputtMit Tempo 130 hat unser Weltcup-Erlebnis geendet. Abrupt im ungarischen Wassergraben. Kopfüber bis über die Nase im Wasserloch zu stecken, verdreht die Sicht und raubt die Atemluft. Da hängst Du plötzlich verdreht im Gurt, Luigi aus der Tür und ein Luftreservoir suchend schnalle ich mich ab und lande – platsch – komplett im Feuchten. „Du hast Unterwasser geplappert“, wird mir Luigi später sagen. Erstmal krabbele ich in Richtung Licht, bis Luigis Hand mich aus der feuchten Cockpit-Höhle zieht. Alles noch dran, nichts passiert. Cool… Den Rest des Beitrags lesen »

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Icey: Totgeglaubte leben länger   Leave a comment

Der Patient heißt nun Siegfried.

Der Patient heißt nun Siegfried.

An diesem verregneten Rennwochenende war eigentlich ich der Grippe-Patient – aufs Sofa verbannt – aber Siegfried sollte es viel härter treffen. Einmal vom Bergungsfahrzeug geküsst, brachte das unseren Mercedes direkt auf die Intensivstation. Diagnose: knapp am Knochenbruch vorbei mit zahlreichen inneren Verletzungen. Rahmen eingedrückt, Rad vorn links Schiefstand, Kühler arsch, Lenkung arsch, Klima, Spur… knapp am Motorschaden vorbei… Es sah nicht gut aus. Sollte es das gewesen sein?

Die Wochen gingen ins Land. Als Zaungäste wohnten wir dem für uns so wichtigen Race in Havelte und der Baja 300 Mitteldeutschland bei. Die Silk Way? Ach… Sparen war angesagt.

Mitte Mai begann die große Operation. Alle vertrauten Doktor Volkers Mechaniker-Fachwissen. Besorgte Tage des Wartens, tägliche hoffnungsvolle Erfolgsmeldungen. Der Rahmen neu gezogen, Kühlung neu gesetzt, Spurstange, Lenkungspumpe, Lenkungsstange. Und der Motor? „Kann ich noch nicht sagen“, Volkers Diagnosen ließen uns im Unklaren. Zwei Wochen lang, dann ein Anruf.

Er ist wieder da!

Er ist wieder da!

„Ich hab deinen Helm eingepackt und hol Dich gleich ab. Probefahrt, Icey, Probefahrt!“ Huch… Da stand er, Mercedes hatte die Motorhaube und den Kothflügel zum Glänzen gebracht. Ping. WRRRROMMMM. Das altvertraute Geräusch, neue Gerüche. Siegfried… Mit Herzklopfen starteten wir die erste Probefahrt. So lange war es her, so lange…

Alles bleibt anders. Wer nach einer langen Reise wieder nach Hause kommt, kennt das Gefühl, das ich hatte. Wenn Herz und Bauch tief zufrieden sind und dem Kopf einfach die Worte fehlen. Wenn ein „Volker? Danke!“ schon alles sagt. Dann glaubst Du an das Genie Deines Mechanikers und daran, dass Totgeglaubte wirklich länger leben.

Wir sind wieder da!!!

Veröffentlicht 16. Juni 2013 von Icey in Iceys Offroad Circus

Iceys Bericht vom Sofa zu Rottleben: Ritt auf der Schmierseife   2 comments

Siegfried wühlt den Acker auf.

Siegfried wühlt den Acker auf.

Ach, du dicke Matschepampe. In Rottleben rottete sich am 6. April die Offroad-Szene zur großen Deutschen Schlammschlacht zusammen. Vom tagelangen Regen und getautem Schnee aufgeweicht und schmierig versprach der Kurs von vornherein spannende Kämpfe beim ersten GORM-Lauf des Jahres. Mit Eis und Ingwer bewaffnet, durfte ich das Gematsche unter der heimischen Bettdecke hockend verfolgen – mal eine ungewohnte Perspektive.

Während ich mit sauberen Fingern Fotos von erdfarben gesprenkelten Boliden im Netz verteilte, wühlten sich Bine und Ingo durch den Ackerboden und das sich immer mehr lichtende Teilnehmerfeld. Bine dürfte sich mit ihrer Trophy-Erfahrung ja fast zu Hause fühlen. Ingo hatte wohl kaum Zeit, sich über sein Befinden klar zu werden. Die zwölf Kilometer lange Strecke lag matschig, aufgeweicht und immer zerfahrener vor ihm – Stunden hoher Konzentration, schmerzender Schultern und marternder Anstrengung.

Navigatorin Bine

Navigatorin Bine

Bines Premiere
Der Prolog lief ganz okay: Premiere für Bine und Ingo. Mal gucken, wie der andere so tickt. 12.04.59 Minuten waren eine solide Rundenzeit, um sich an den neuen Partner und die Strecke heranzutasten. Siegfried spielte mit. Ganz anders als Mike Schütte und Maik Schlacht, die zunächst mit einer Reifenpanne kämpften.

Aufstellung: erste Reihe mit Ralf Berlit zusammen. Siegfried startete gegen 15 Uhr gut in den ersten Wertungslauf. Als zweite hingen sie sich direkt an Berlit heran, verloren aber noch in der ersten Runde den Anschluss. Schlechte Sicht, technische Schwierigkeiten ließen sie kurzzeitig ins Mittelfeld abfallen. Doch während immer mehr Wettkämpfer auf der Strecke blieben, kämpften sich Bine und Ingo wieder nach vorn.

Siegfried nicht fröhlich

Siegfried nicht fröhlich

Materialschlacht
Knapp zwei Stunden nach dem Startschuss musste Berlit wegen Motorschaden aufgeben. Er hatte das Feld mit einem mehrere Kilometer weiten Vorsprung hinter sich gelassen. Bine und Ingo lieferten sich mit Bernd Jäger im VW Bully einen Zweikampf. Siegfried schnaufte erhitzt, hielt aber durch. Dennoch glich das Rennen wieder einer Materialschlacht. Technische Ausfälle und immer wieder fuhren sich Teilnehmer fest. Hinter einem Hang rutschten Bine und Ingo einem fast ins Heck. Puhhhh.

In zwei Wochen ist das nächste Rennen der Holländischen Meisterschaft.   Aber kommt erst mal nach Hause, Jungs…

Icey: Wir sind doch keine Schneefiguren   Leave a comment

Siegfrieds Eingeweide

Siegfrieds Eingeweide

Das Schneegestöber ist genauso nervös wie wir unruhig auf die neue Saison. Auch bei zentimeterdicker Schneedecke fahren wie in nicht mal drei Wochen an den holländischen Strand – nicht zum Sonnenbaden, sondern zum Umgraben. Vielleicht klettern die Temperaturen über die Null-Grad-Marke. „Die Holländer sollen unseren Staub schmecken?“ Hilfe, vielleicht wird’s auch andersherum.

Von fliegenden Holländern
Diese neue Restriktor-Klausel hat es in sich. Die unerschrockenen Holländer stellen in der großen FIA-Welt ihre eigenen Regeln auf. 50-Millimeter-Air-Restriktor? Siegfried schnauft und die Holländer fliegen an uns vorbei? Mal schauen: Neue Saison, neue Rennen, neue Herausforderungen, auf ein Neues…

Blauer Blitz
Unser Siegfried steht in Einzelteilen in der Werkstatt. Kabelstränge hängen wie Eingeweide dort, wo in drei Wochen meine Beine sein sollen. Unser tapferer Volker zieht teils mit steif gefrorenen Fingern grüne, blaue, rote und gelbe Kabel in die Tiefen des Rennautokörpers. Radikalkur für die Energieflüsse. Mal sehen, wo unser blauer Blitz in dieser Saison einschlägt.

Er ist doch kein Schneemann
Und bevor Luigi den Saisonstart verschläft, rennt er ihm lieber entgegen. Dick eingemummelt wetzt er um die Schweriner Seen. Icey strampelt im beheizten Fitnessstudio ‑ Winterspeck ade – dem Frühling entgegen. Während die Bären sich in Kanada noch einmal in der Höhle umdrehen und vom Honigschlecken träumen.

Icey: Tada, Pure Racing Team goes online   Leave a comment

Das Internetportal vom Pure Racing Team

Das Internetportal vom Pure Racing Team

Mit dem Start der Dakar starten auch wir in die unendlichen Weiten des www: Pure Racing Team goes online. Endlich. Während die großen Marathonrallye-Teams ihre Ausrüstung für ihr größtes Rennen nach Südamerika verschifften, haben wir unsere sieben Sachen ins Internet verladen. Aufgeregt setzen sich unsere Sportsfreunde nach Peru ab. Unterdessen verschanzten wir uns hinter unseren Computermonitoren. Das erste große Fahrerlager der Dakar 2013 wird in Lima aufgeschlagen und wir öffnen unser Team für die große weite Welt des Internet. Tada…

Wir haben Platz geschaffen für unsere ganz persönlichen Rennhöhepunkte, unsere Siege und unsere Niederlagen und für das, was wir lieben, unseren Siegfried und den wackeren Moggfried – und natürlich für unsere Sponsoren. Ohne die wären unsere Abenteuer ohnehin nur Träume. Unterstützer sind es mittlerweile eine ganze Menge: So wie uns Mercedes-Benz nie auf der Strecke stehen lässt. So haben unserem Webauftritt auf die Beine geholfen. Denis Nentwich von Dyk Media sorgt dafür, dass unsere Rennflotte nicht nur klein, sondern fein daher kommt und wir etwas hübsches zum anziehen haben. Und vor allem Christian Dähn hat sein Sitzfleisch und seinen Grips in unsere technische Selbstverwirklichung gesteckt. Danke an Euch, Jungs.

Der Letzte macht das Licht aus.

Der Letzte macht das Licht aus.

Natürlich steckt das Gehirnschmalz vom ganzen Team in diesem Teil vom Internet. Und wer platzt deshalb vor Stolz? Klar, der Luigi und das Icey.

„Die Webseite muss lebendig sein“

Das Gerüst steht. Das Pure Racing Team hat ein Gesicht. Vielleicht schaut Ihr ja mal vorbei, es gibt ein paar Spielereien, viele Fotos und kurze Infos zum Team. „Die Webseite muss lebendig sein“ – weshalb wir natürlich weiterhin nachlegen. Unsere jüngsten Rennen, kurze Videos und natürlich unsere nächsten Pläne – gibt es jetzt alles bei

www.pure-racing.net

Icey: Der Retter des Moggfrieds   Leave a comment

Endlich auf nach Itterbeck

Na, so ein Wochenende. Endlich war Siegfried wieder heil. Endlich hatten wir alles eingepackt, Pension gebucht, den Moggfried gesattelt. Endlich konnten wir wieder Rennluft schnuppern. Endlich… Wir waren so voller Vorfreude, dass uns im Nachhinein selbst die kleineren Katastrophen des Sonntages nicht die Laune ausbremsten. An dem Wochenende in Itterbeck sollt Luigi zweimal den Moggfried retten. Aber von vorn…

Als wir am Freitagmorgen, 5. Oktober, gegen 9 Uhr feststellten, dass wir doch noch eine Menge Zeug einpacken müssen und Siegfried besser vom ML gezogen wird und nicht vom Moggfried, wussten wir noch nicht, wie gut diese Wahl sein sollte. Gegen 13 Uhr hatten wir so ziemlich alle sieben Sachen beisammen, bis auf unseren Zündkerzenschlüssel – ja, auch den sollten wir später für irgendeine dieser kleinen Katastrophen brauchen. Ein bisschen Baustelle, ein bisschen Stau und ein paar Umleitungen später standen Moggfried und Siegfried nebeneinander im Fahrerlager in Itterbeck und wir saßen beim Bierchen in unserer Pension zwischen Engelsfiguren. Draußen regnete es. Den Rest des Beitrags lesen »

Icey: Die 13 ½ Leben eines Navigators Teil 2   2 comments

4. Leben: Visa für Abenteurer

Champagner über Moskau

Champagner über Moskau

Noch ein kurzer Fotogruß aus Travemünde: Mechaniker und TV-Mensch warten. Bis hierhin alles schick. Dann verschluckte die Fähre unseren Stoßtrupp. Nur eine Linie ihres GPS im Internet zeichnete ein Lebenzeichen vorbei an Fehmarn in Richtung Helsinki und weiter. Stopp.

Unser Stoßtrupp an der russischen Grenze. Atem anhalten. Visa, Papiere, Listen …

Wochen zuvor hatte die russische Botschaft wegen der Visa Stress gemacht. Die vom Veranstalter ausgegebenen Papiere waren unzureichend, die Bearbeitung hätte zu lange gedauert und überhaupt. Ich spreche kein Russisch, einzig „Na sdorowje“. Naja, damit wird man zwar betrunken, aber kriegt keine Visa. Die geduldige aber nachdrückliche Russin in einem Schweriner Reisebüro war unsere Rettung. Nach einem stundenlangen Gespräch mit Händen und Füßen – sie sprach nur wenig Deutsch – Telefonaten mit Paris, Moskau und der russischen Botschaft in Hamburg hatten wir dann die Lösung gefunden.

Drei Wochen später Den Rest des Beitrags lesen »