Archiv für die Kategorie ‘Luigis Offroad Circus

Luigi: Wer zu schnell ist, den bestraft das Leben   Leave a comment

IMGL0403

Stimmungsvoller Start

Am Samstag Abend war das ganze Team fröhlich, ob der sehr guten Position in der wir uns unerwartet befanden. Nur wenige Minuten trennten uns von den Top 10 und im ersten Umlauf hatten wir mit Platz 11 ganz oben angeklopft, alles besser als erwartet. Ich ging über den Platz und dachte an Jörg Sand, der mir mal erzählte, dass es bei der Silk Way in Russland einen Fahrer gab, der viel besser war als er und seine Gegner erwarteten. Er lief gut gelaunt durchs Lager und alle sagten: „Der zerlegt sich morgen oder übermorgen. Nicht weil er es nicht kann, sondern weil er mit dem großen Erfolgsdruck, der für ihn entstanden war, noch nicht umgehen konnte, weil er noch nie so weit vorn fuhr.“ Mein Gedanke war: „Genau in dieser Situation befinden wir uns. Das darf bitte nicht passieren.“

Am nächsten Morgen war`s vergessen – Rennfieber….. Die Techniker sagten, das Auto ist voll kampfbereit. Das wollte ich auch sein. Also sagte ich, wir greifen an. Wenn es passt sind wir sehr weit vorn am Ende. Schon auf dem Weg in die Stage versagte Iceys Fußschalter für den Trippmaster und raubte uns die gewohnten Abläufe. Wir versuchten uns zur Ruhe zu zwingen und starteten brachial in die Stage. Unsere Leute sagten, wir wären vorbeigedonnert, wie wenige andere. Wir waren schnell, bekamen aber keine Ruhe ins Auto, das Roadbook war nicht gut und Icey machte Fehler, ich machte Fehler, alles harmlos. Wir fanden keinen Rhythmus, die Stimmung war – vorsichtig gesagt – mies, obwohl wir schnell waren. Irgendwann fragte ich Icey: „Verdammt, wann ist diese blöde Stage endlich durch.“ Icey sagte mir, es wären noch 7 km. Also weiter Feuer, ab ins Ziel.

unter der Plane

Game over

Es kam, wie es kommen musste. DAS Roadbookbild kam…. Icey: „880 Meter gerade aus, rechts Büsche, keine Gefahren.“ Also Vollgas. Windungen des Weges bei so einem Bild erwarten wir immer, eine 90 Grad Kurve mit Wassergraben nicht. Und das Roadbookbild endete für uns mit meinen Worten auf Platz 8 liegend: „Das wird nichts !!!! Scheiße …. Waaasser !!!!“ Icey steuerte ein „Huch …. Mist !!“ bei. Mein einziger Gedanke im Flug war: „Du musst Icey heil rauskriegen, sonst wird nichts wieder gut.“ Ich bemühe ihn eigentlich nie, aber „Gott sei dank!“ , alles klappte, wie x-mal geübt. Icey kam sicher raus. So fühlt sich also echte Erleichterung an. Und als wir so pitschenass und mit Tränen in den Augen zum Ziel wanderten, ging mir Jörg Sand wieder durch den Kopf und ich dachte „Hat mir nichts genützt, dass ich seine Geschichte kannte. Lernen kann man nur durch eigene Erfahrungen. Man kann sie nicht kaufen.“

Ellen Lohr – eine erfolgreiche deutsche Rennfahrerin – schrieb uns auf Facebook „Lehrgeld“. Und als ich das las, fiel mir der zweite Lehrsatz der Rallye-Raid-Piloten wieder ein: „Erwarte das unerwartete.“ Icey und ich haben mit Abstand von drei Wochen nach dem Rennen viel geredet. Wir werden einiges anders machen, Dinge neu dazunehmen und noch härter an uns arbeiten. Damit ist unser zweiter Weltcup ausreichend, erklärt und besprochen. Besser werden kann es nur beim dritten.

Advertisements

Veröffentlicht 4. September 2013 von Luigi in Luigis Offroad Circus

Luigi: SILK WAY RALLYE – nicht für gecrashte Persönlichkeiten   3 comments

Foto-81

Gechrashte Persönlichkeit, hier nach dem Ausscheiden in Russland 2012

Ich habe es mir nicht eingestanden, aber ich stand unter Schock. Unfälle hatte ich schon des öfteren. Da heißt es, schütteln aufstehen und weiterfahren oder eben nicht. In der Regel weißt Du aber schon vorm Knall, warum es gleich knallen wird. Und auf Spezialisten, die sagen: „Wenn Du nicht weggegangen wärst vor der Kurve, wäre ich Dir reingeballert, egal ob du vorn warst oder nicht.“, bist du ja eh vorbereitet. Da kann man klüger sein und nachgeben.

Aber wenn Dir auf einer engen Motocrossstrecke mitten im Rennen ein Bergefahrzeug entgegenkommt, dann knallt das nicht nur in den SIEGfried rein, sondern auch in Dein Rennfahrer-Urvertrauen, welches da sagte: „Es kommt keiner entgegen. Das ist ja ein Rennen.“ Und danach immer wieder die Bilder im Kopf: Gerade – Kuppe – Flug – Landung – Aufprall. Unser SIEGfried ist mittlerweile wieder auferstanden und dank Volker und Matze, sogar noch besser als je zuvor. Mit SIEGfried kam auch meine Freude am Racen wieder. Mit Icey sitzen wir wieder im Auto und suchen unsere Routine – links Drift – rechts Drift – Sprung – Landung – weiter. Diese kommt langsam wieder zurück.

Foto-11

Entchrashte Persönlichkeit, hier vor der nächsten SILK WAY RALLYE

Aber irgendetwas merkwürdiges fährt mit. Es ist Wehmut. Wehmut, weil unser gesamtes SILK WAY Budget (über 15T€) in die Reparatur geflossen sind. Wir fanden niemanden, der uns so kurzfristig nach Russland sponsort und unsere eigenen Restmittel haben nicht gereicht. Diesmal scheiden wir nicht IN Russland wegen eines in Deutschland reingebastelten Schadens aus. Diesmal können wir nicht hinfahren, weil wir VOR Russland einen Schaden in Deutschland reingebastelt bekamen. Das ist bitter, zum zweiten Mal unschuldig jeder Chance beraubt…… In wenigen Tagen werden unsere Mitstreiter wieder über die Rampe am Kremel rollen. Ich würde am liebsten mit Icey und dem Team hinfliegen, so habe ich Sehnsucht nach Russland, den Menschen, der Rallye, aber vor allem weil wir uns beweisen wollen, dass unsere TOP 20 Position nach Kontrollpunkt 1 an Tag 1 kein Zufall war ….. nur noch 12 Monate und 2 Wochen …. dann kommt zum Glück die nächste SILK WAY.

Veröffentlicht 19. Juni 2013 von Luigi in Luigis Offroad Circus

Luigi: Lang anhaltende Freude – ein Blogg für Praktikus   1 comment

NK ORR Ijmuiden - Beach race 2013

Icey und Luigi mit Siegerpokalen

Nun ist Frühlingsanfang und wir haben unser erstes Rennwochenende hinter uns. Dies allein sorgt bei mir schon für Verblüffung. Ein Auto kann also zum Termin fertig sein und nicht erst 3 Monate später, um hernach dennoch zum Totalausfall zu werden. Es ist sogar der selbe SIEGfried, der uns in Russland unter Schmerzen zusammen und uns allen das Herz brach. Auch im Herbst machte er nur wenig Freude. ZICKfried , der Name war schon fast ausgemachte Sache.

Volker

Fahrer, Copilotin und Chefmechaniker

Jedoch seit letztem Wochenende ist alles anders. Ihr wisst ja gar nicht, wie cool das ist, wenn man ängstlich auf die Motortemperatur schaut und feststellen darf: „Kein Problem!“ oder wie es ist, so lange Vollgas zu fahren, bis die Strecke zum Bremsen zwingt und nicht die Geräusche aus dem Motorraum zur Vorsicht mahnen und man freiwillig vom Gas geht. Das ist jetzt vorbei !! Yeahh !!

SIEGfried war im Winter beim Doc. Der hat was drauf und heißt Volker Lang von der Firma Praktikus GaLaBau Inh. Matthias Beyer aus Schwerin. Viele viele Stunden nahm er  ihn auseinander. Ich konnte mir nicht immer vorstellen, dass dies alles wieder ein Auto werden könnte. Es brauchte auch noch viele neue Teile, um dem SIEGfried wieder das SIEGen beizubringen. Also dieser Blogg hier gehört den Praktikus Jungs und wir wollen DANKE sagen. Top-Job, so kann das was werden.

P.S.: Sonntag haben wir gewonnen mit bissi Glück und guter Fahrerei, Samstag … da war auch was, hab ich aber vergessen …

Luigi: Und wo fahren Sie ?   Leave a comment

real dakar

Dakar-Dakar

Der religiöse Höhepunkt für die Rallye Raid Fans, ob Aktive, Begleiter oder Kommentatoren, ist nicht Weihnachten, sondern der Start der Dakar. Aber schon hier fängt das religiöse Desaster an. Beginnt die Hochwoche des Rallye-Sports nicht schon mit dem Start der echten Dakar, dem Afrika Eco Race? Der Laie könnte glauben: „Oh, zwei tolle Rennen fast zur gleichen Zeit. Da hat doch einer den Saisonkalender nicht richtig eingetragen. Das ist ja wie Olympiade und Weltmeisterschaft zur gleichen Zeit.  Da können wir als Insider nur lachen und müssen gleich mal aufklären. Also die einen, die mit der Latino-Dakar in Südamerika, sind die Abtrünnigen um Etienne Lavigne. Die haben Jesus, also Den Rest des Beitrags lesen »

Veröffentlicht 15. Januar 2013 von Luigi in Luigis Offroad Circus

Luigi: The miracle of Hardenberg   Leave a comment

Cold as ice – Icey our navigator Lady

March – Italian Baja – car in workshop – o km, April – Dutch Championship – car in workshop – o km, May – Baja Saxonia – car still in workshop – o km, June – Baja Challenge Poland – out of the race / cooler broken – 180 km, July – Silk Waly Rallye – grand failure/ overheating of the engine – 260 km, August – „24-h of Schwerin“ – Victory with rental car – o km, September – Baja Poland – car in workshop – o km, October – Dutch Championship – out again / overheating of the engine – 20 km —- and now …. November 2012 – Dutch Championship – What a surprise, we saw the checkered flag this time and though: “Wow, we are still in race and not out!!” That was tough to realize for somebody who was used to avoid the checkered flag. And it came true, there are situations in which the car is not towed into the camp.

Den Rest des Beitrags lesen »

Veröffentlicht 20. November 2012 von Luigi in Luigis Offroad Circus

Luigi: Das Wunder von Hardenberg ….   1 comment

also so durch die Bäume … so richtig meins ist das nicht … Sandfelder sind entspannter

März – Baja Italia – Auto nicht fertig – 0 km , April – Holländische Meisterschaft – Auto nicht fertig – 0 km, Mai – Baja Saxonia – Auto immer noch nicht fertig – 0 km, Juni – Baja Challenge Poland – Ausfall wegen Temperaturproblemen – 180 km, Juli – Silk Way Rallye – grandioser Ausfall wegen Temperaturproblemen – 260 km, August – „24-h von Schwerin“ – SIEG auf einem Mietwagen – 0 km, September – Baja Poland – Auto nicht fertig – 0 km, Oktober – Holländische Meisterschaft – Ausfall wegen Temperaturproblemen –20 km ……. und nun das. November 2012 – Holländische Meisterschaft – plötzlich sehen wir eine Zielfahne und denken, „Boaaahh, wir sind ja noch im Rennen ?“ Das muss ich als gelernter „Zielverweigerer“ erst einmal realisieren. Es gibt also Situationen in denen Automobile ihren Bestimmungsort OHNE Abschleppseil erreichen.

Den Rest des Beitrags lesen »

Veröffentlicht 16. November 2012 von Luigi in Luigis Offroad Circus

Luigi: Moskau – Elista ….. das war`s ! Letzter und 4.Teil   Leave a comment

Endstation Tsagan Aman

Nach eingen Minuten war SIEGfried wieder kühler, Motor an und Lüfter an. Er ging wieder ?? Warum, warum geht der und mal nicht. Egal, er ging, anziehen, einsteigen, weiterkämpfen. Nach 1000 Metern – Motor heiß, Lüfter aus.Es war das Ende, das war klar. So würde es nicht gehen. Wir brauchten auch niemand rufen, es hatten alle, die sich auskennen an dem Auto geholfen und gebaut. Es ging nicht mehr.

Das war der Moment, wo mir die Stimme versagte und ich dem Besenwagen nur zeigte, fahrt weiter. Wir drehen um, zurück zur Straße, wenn der Motor kalt ist. Es ist jetzt Anfang September und noch heute fällt es mir schwer darüber zu schreiben. Wir blieben bewusstlos vor Schmerz in der Steppe stehen. Jeder verdammte Joggingkilometer, jedes Krafttraining, jede Übung mit der Navigation, jedes Gespräch mit den Sponsoren … Die gesamte harte Vorbereitung , Werkstattaufbau, Teilebeschaffung, Team zusammenstellen – NEIN!!! Und doch: GAME OVER ! Den Rest des Beitrags lesen »

Veröffentlicht 2. September 2012 von Luigi in Luigis Offroad Circus