Archiv für das Schlagwort ‘Moggfried

Icey: Siegfried-blaue Flecken   1 comment

Siegfried kaputtMit Tempo 130 hat unser Weltcup-Erlebnis geendet. Abrupt im ungarischen Wassergraben. Kopfüber bis über die Nase im Wasserloch zu stecken, verdreht die Sicht und raubt die Atemluft. Da hängst Du plötzlich verdreht im Gurt, Luigi aus der Tür und ein Luftreservoir suchend schnalle ich mich ab und lande – platsch – komplett im Feuchten. „Du hast Unterwasser geplappert“, wird mir Luigi später sagen. Erstmal krabbele ich in Richtung Licht, bis Luigis Hand mich aus der feuchten Cockpit-Höhle zieht. Alles noch dran, nichts passiert. Cool… Den Rest des Beitrags lesen »

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Icey: Wir sind doch keine Schneefiguren   Leave a comment

Siegfrieds Eingeweide

Siegfrieds Eingeweide

Das Schneegestöber ist genauso nervös wie wir unruhig auf die neue Saison. Auch bei zentimeterdicker Schneedecke fahren wie in nicht mal drei Wochen an den holländischen Strand – nicht zum Sonnenbaden, sondern zum Umgraben. Vielleicht klettern die Temperaturen über die Null-Grad-Marke. „Die Holländer sollen unseren Staub schmecken?“ Hilfe, vielleicht wird’s auch andersherum.

Von fliegenden Holländern
Diese neue Restriktor-Klausel hat es in sich. Die unerschrockenen Holländer stellen in der großen FIA-Welt ihre eigenen Regeln auf. 50-Millimeter-Air-Restriktor? Siegfried schnauft und die Holländer fliegen an uns vorbei? Mal schauen: Neue Saison, neue Rennen, neue Herausforderungen, auf ein Neues…

Blauer Blitz
Unser Siegfried steht in Einzelteilen in der Werkstatt. Kabelstränge hängen wie Eingeweide dort, wo in drei Wochen meine Beine sein sollen. Unser tapferer Volker zieht teils mit steif gefrorenen Fingern grüne, blaue, rote und gelbe Kabel in die Tiefen des Rennautokörpers. Radikalkur für die Energieflüsse. Mal sehen, wo unser blauer Blitz in dieser Saison einschlägt.

Er ist doch kein Schneemann
Und bevor Luigi den Saisonstart verschläft, rennt er ihm lieber entgegen. Dick eingemummelt wetzt er um die Schweriner Seen. Icey strampelt im beheizten Fitnessstudio ‑ Winterspeck ade – dem Frühling entgegen. Während die Bären sich in Kanada noch einmal in der Höhle umdrehen und vom Honigschlecken träumen.

Icey: Tada, Pure Racing Team goes online   Leave a comment

Das Internetportal vom Pure Racing Team

Das Internetportal vom Pure Racing Team

Mit dem Start der Dakar starten auch wir in die unendlichen Weiten des www: Pure Racing Team goes online. Endlich. Während die großen Marathonrallye-Teams ihre Ausrüstung für ihr größtes Rennen nach Südamerika verschifften, haben wir unsere sieben Sachen ins Internet verladen. Aufgeregt setzen sich unsere Sportsfreunde nach Peru ab. Unterdessen verschanzten wir uns hinter unseren Computermonitoren. Das erste große Fahrerlager der Dakar 2013 wird in Lima aufgeschlagen und wir öffnen unser Team für die große weite Welt des Internet. Tada…

Wir haben Platz geschaffen für unsere ganz persönlichen Rennhöhepunkte, unsere Siege und unsere Niederlagen und für das, was wir lieben, unseren Siegfried und den wackeren Moggfried – und natürlich für unsere Sponsoren. Ohne die wären unsere Abenteuer ohnehin nur Träume. Unterstützer sind es mittlerweile eine ganze Menge: So wie uns Mercedes-Benz nie auf der Strecke stehen lässt. So haben unserem Webauftritt auf die Beine geholfen. Denis Nentwich von Dyk Media sorgt dafür, dass unsere Rennflotte nicht nur klein, sondern fein daher kommt und wir etwas hübsches zum anziehen haben. Und vor allem Christian Dähn hat sein Sitzfleisch und seinen Grips in unsere technische Selbstverwirklichung gesteckt. Danke an Euch, Jungs.

Der Letzte macht das Licht aus.

Der Letzte macht das Licht aus.

Natürlich steckt das Gehirnschmalz vom ganzen Team in diesem Teil vom Internet. Und wer platzt deshalb vor Stolz? Klar, der Luigi und das Icey.

„Die Webseite muss lebendig sein“

Das Gerüst steht. Das Pure Racing Team hat ein Gesicht. Vielleicht schaut Ihr ja mal vorbei, es gibt ein paar Spielereien, viele Fotos und kurze Infos zum Team. „Die Webseite muss lebendig sein“ – weshalb wir natürlich weiterhin nachlegen. Unsere jüngsten Rennen, kurze Videos und natürlich unsere nächsten Pläne – gibt es jetzt alles bei

www.pure-racing.net

Icey: Der Retter des Moggfrieds   Leave a comment

Endlich auf nach Itterbeck

Na, so ein Wochenende. Endlich war Siegfried wieder heil. Endlich hatten wir alles eingepackt, Pension gebucht, den Moggfried gesattelt. Endlich konnten wir wieder Rennluft schnuppern. Endlich… Wir waren so voller Vorfreude, dass uns im Nachhinein selbst die kleineren Katastrophen des Sonntages nicht die Laune ausbremsten. An dem Wochenende in Itterbeck sollt Luigi zweimal den Moggfried retten. Aber von vorn…

Als wir am Freitagmorgen, 5. Oktober, gegen 9 Uhr feststellten, dass wir doch noch eine Menge Zeug einpacken müssen und Siegfried besser vom ML gezogen wird und nicht vom Moggfried, wussten wir noch nicht, wie gut diese Wahl sein sollte. Gegen 13 Uhr hatten wir so ziemlich alle sieben Sachen beisammen, bis auf unseren Zündkerzenschlüssel – ja, auch den sollten wir später für irgendeine dieser kleinen Katastrophen brauchen. Ein bisschen Baustelle, ein bisschen Stau und ein paar Umleitungen später standen Moggfried und Siegfried nebeneinander im Fahrerlager in Itterbeck und wir saßen beim Bierchen in unserer Pension zwischen Engelsfiguren. Draußen regnete es. Den Rest des Beitrags lesen »

Luigi: Moskau – Elista ….. das war`s ! Teil 2   Leave a comment

Tempo 90 – linke Spur

Wir rollten am Haken ins Biouvac von Volgograd. Nicht, dass nicht viele andere dies auch schon erlebt hätten. Ich gebe zu, dass tut wirklich richtig weh – überall stehen die Teams und bauen an ihren Autos für den nächsten Tag und wir rollten lautlos an ihnen vorbei. LAUTLOS mit nem V8.

Bei der Flugplatzfeuerwehr auf einem geschotterten Platz (der wurde mit Sicherheit nur für die Silkway geschottert) durften wir mit einem C-Schlauch unseren SIEGfried säubern, so gut es geht. Wir hatten schließlich schon getankt für morgen. Da sollte auch Auto sauber sein. Wir waren sowieso überrascht, dass nahezu alle Teams ihre Autos jeden Tag bitzeblank ins Rennen geschickt haben. Da haben sie viel Zeit drauf verwendet.

Unser kleines Lager

Nun denn, Mike, Cohiba und Biesti erwarteten uns bereits am Basislager mit hängenden Köpfen. Wir hingen unsere daneben und guckten gemeinsam ne Runde in den russischen Boden. Ein Wettbewerb mit anderen konnte die Rallye nicht mehr werden. Wir hatten nun 50 Strafstunden, aber ein gemeinsamer Kampf um trotz alledem anzukommen, den konnten wir aufnehmen.  Und 5 Minuten nach der Ankunft rissen sich alle zusammen und waren wieder fleißig, wie die Bienen. Mike und Cohiba zerlegten den Wagen in alle Einzelteile und untersuchten alles peinlich genau, tauschten Teile aus. Das Kühlwasser verloren wir, weil Den Rest des Beitrags lesen »

Icey: Die 13 ½ Leben eines Navigators Teil 2   2 comments

4. Leben: Visa für Abenteurer

Champagner über Moskau

Champagner über Moskau

Noch ein kurzer Fotogruß aus Travemünde: Mechaniker und TV-Mensch warten. Bis hierhin alles schick. Dann verschluckte die Fähre unseren Stoßtrupp. Nur eine Linie ihres GPS im Internet zeichnete ein Lebenzeichen vorbei an Fehmarn in Richtung Helsinki und weiter. Stopp.

Unser Stoßtrupp an der russischen Grenze. Atem anhalten. Visa, Papiere, Listen …

Wochen zuvor hatte die russische Botschaft wegen der Visa Stress gemacht. Die vom Veranstalter ausgegebenen Papiere waren unzureichend, die Bearbeitung hätte zu lange gedauert und überhaupt. Ich spreche kein Russisch, einzig „Na sdorowje“. Naja, damit wird man zwar betrunken, aber kriegt keine Visa. Die geduldige aber nachdrückliche Russin in einem Schweriner Reisebüro war unsere Rettung. Nach einem stundenlangen Gespräch mit Händen und Füßen – sie sprach nur wenig Deutsch – Telefonaten mit Paris, Moskau und der russischen Botschaft in Hamburg hatten wir dann die Lösung gefunden.

Drei Wochen später Den Rest des Beitrags lesen »

Icey: Die 13 ½ Leben eines Navigators   1 comment

Viele sagen: „Co-Piloten braucht kein Mensch.“ Andere sagen: „Einer muss ja die Karte halten.“ Einige fragen: „Was machen die da eigentlich?“
Und eine alte Navigatoren-Weisheit sagt: Wenn alles gut geht, redet kein Mensch über Dich. Wenn was daneben geht, bist Du meistens Schuld.
Heute weiß ich: Navigatoren brauchen ein dickes Fell, auch wenn sie in die Steppe fahren.

Vor der Silk Way 2012

1. Leben: Der Kampf mit dem Papiertiger

Papiertiger fressen Zeit

Papiertiger fressen Zeit

Im Schatten eines großen Berges von Formularen hockt ein kleiner Navigator. Das ist ein Icey. Naja, zugegeben, etwas übertrieben. Aber nach gerade einem halben Jahr auf dem Beifahrersitz, verursachte das Abenteuer schon Magengrummeln, wo mir sonst bei allem Geruckel, Geschüttel und Gebocke vom Siegfried nie schlecht wird – nein, auch nicht, wenn ich nur runter schaue. Die Formulare enttarnten sich bei weiterem Anstarren auch mehr als Papiertiger, die einfach nur viel Zeit fraßen. Die Visa für die ganze Mannschaft besorgen. Die Reise für die Mechaniker und die Vehikels klar machen, bisschen telefonieren und mailen mit Paris und Moskau. Im Prinzip die Organisation des Abenteuers.

(Bei anderen Teams mag die Aufgabenverteilung anders sein. Wir sind ein kleines Team aus fünf Leuten – Pilot Luigi, Mechaniker Meister und Cohiba, Biesty und ein Icey. Da fiel mir der Papierkrieg zu. Luigi vertrieb sich mit technischen Details die Zeit und wühlte sich durch Unmengen von Ersatzteilen. Meister und Cohiba tüfftelten am Anhänger und Moggfried. Biesty schlug sich mit Ernährungstabellen rum, schwang die Peitsche beim Training von widerwilligen Piloten und Co-Piloten. Jedes Krümelchen Zeit war verplant.)

Etwa drei Wochen vor der Silk Way hatte ich einen Großteil bewältigt. Luigi und ich jagten den letzten Stapel durchs Kabel nach Paris. Machten mehr als drei fette Kreuze im Kalender und senkten ergeben die Köpfe – Ritterschlag oder Todesurteil. Hauptsache, es klappt auch alles, an der Grenze, bei der Anmeldung in Den Rest des Beitrags lesen »